gwen,
gwen hat geschrieben:Der Spiral Vase Mode ist ja aber nur für dünnwandige Gebilde, die wirklich nur aus einer Schicht bestehen, oder?!
Das ist korrekt. In deinem Fall wären die Schachfiguren recht empfindlich (außer du druckst mit einer 0.8 oder 1mm Düse).
Diese Z-Naht kommt, da irgendwo die Raupe für den äußersten Perimeter beginnen und enden muss. Nibbels Zeichnung mit den zwei Perimetern entspricht der Situation recht gut.
Beim Drucken eines Objekts gibt es mindestens eine 'Insel'. Eine Insel entspricht eine zusammenhängende Fläche (mit oder ohne Löcher). Pro 'Insel' gibt es immer einen äußeren Perimeter, der meist sichtbar ist. Innere Perimeter kann es mehrere geben, die meist nicht gut sichtbar sind (z.B. eine Bohrung durch die eine 3mm Schraube gehen soll).
gwen hat geschrieben:Grundsätzlich gibt es bei S3D auch eine Einstellung, mit welcher man von innen nach außen, oder von außen nach innen drucken kann.
Momentan drucke ich immer von innen nach außen, was natürlich vor allem bei Überhängen Sinn macht.
Allerdings hat das glaube ich tatsächlich keine Auswirkung auf die Z-Naht.
Damit hast du auch recht. Dadurch wird der äußere Perimeter als letztes der Perimeter gezogen (der Infill könnte davor oder danach kommen). Wichtig ist, dass dabei eventuell vorgegebene, zusätzliche Perimeter alle vorher gemacht werden (bei "
von Innen nach Außen").
Jetzt zum Kern des Problems:
Da die Düse bei dem äußersten Perimeter meist frisch ansetzen muss, wird der Slicer (je nach Einstellung) meist vorher einen Retract ausgeführt haben. Sind die Einstellungen nicht optimal, ergibt sich entweder ein vorstehender Wulst, oder, wie dein Bild andeutet, einen eingefallenen Wulst.
Der vorstehende Wulst kommt von überschüssigem Material der immer an derselben Stelle abgelagert wird, der eingefallene Wulst von einem Materialmangel.
Und hier hat Nibbels schon das Schlagwort fallen lassen:
Nibbels hat geschrieben:"Extra length on restart"
Damit kann man diesen Problemen entgegnen. Beim vorstehenden Wulst gibt man einen negativen Wert an, falls Materialmangel einen eingefallenen Wulst erzeugt, gibt man einen Positiven Wert an. Damit wird entweder etwas mehr Material beim Wiederansetzen gefördert, oder etwas weniger, je nach Einstellung. Diese Werte sind dann (leider) abhängig vom:
- Düsendurchmesser
- verwendetem Material
- Retractweg und -geschwindigkeit
- Temperatur
- und letztlich auch von der verstrichenen Zeit seit dem Retract
Das sollte einen aber nicht abschrecken. Wir 3D-Schmelzer sind es gewohnt, mehrere voneinander abhängige Variablen zu verwalten, oder?
Kopf hoch - ich habe an meiner Einstellung schon lange nicht mehr 'herum-gestellt' - folglich dürften die vorhin gelisteten Abhängigkeiten recht gering sein.
mjh11