Gebläserad mit der 4. Achse:
Also mein erster Versuch ging sauber in die Hose.
Das Ergebnis wäre dieses Mal nicht ein weiterer, theoretischer Bruch eines Fräsers, stattdessen aber ein völlig nutzloses Werkstück, viele Späne und vergeudete Zeit.
Als erstes habe ich das Werkstück platziert (dabei habe ich erkannt, dass es eine Winkelstellung geben könnte, wo alle Flächen der Tasche vermutlich zugänglich wären – das war und ist nicht der Sinn dieser Übung und darauf gehe ich jetzt nicht mehr ein).
Einmal platziert, habe ich alle möglichen Flächenelemente der ersten Tasche ausgewählt, um damit den Pfad ermitteln zu lassen.
GewaehlteTaschenElemente.jpg
Blau hervorgehoben sind die gewählten Flächen. Da war ich nicht zimperlich, absolut alle Flächen, Radien und Hohlkehlen wurden ausgewählt, die irgendwas mit der Tasche zu tun hatten.
Dann den Pfad errechnen lassen. Das Ergebnis sah brauchbar aus:
WZPfad_SiehtGutAus.jpg
Also ab in die Simulation: Da sah es auf den ersten Blick recht brauchbar aus, da wurde die angepeilte Tasche recht gut freigelegt. Stutzig war ich trotzdem, so gut sieht es selten in der Simulation aus, das Werkstück wird selten so schön freigelegt. Daher habe ich das Werkstück ausgeblendet. Siehe da, es wurde alles abrasiert. Im Bild sieht man links, wie es zuerst aussah, rechts dann mit ausgeblendetem Werkstück:
VorherNachher.jpg
Hätte man das Programm ablaufen lassen (gleich automatisch 8 Mal um 45° versetzt), wäre ein schönes Achteck herausgekommen, kein Gebläserad.
Da wollte ich schon aufgeben. Aber stur bin ich nun einmal.
Noch einmal ein Versuch. Dieses Mal wurde nur recht wenig angewählt, um die gewünschte Tasche zu markieren:
WenigWaehlen.jpg
Markiert wurden nur der ‘Talboden‘ sowie eine Hohlkehle. Die konkave und konvexe Schaufelflächen wurden extra ignoriert.
Somit den Pfad erzeugt und simuliert:
MS_1stPocket.jpg
Ja, hallo! Das sieht schon nach was aus!
Ok, analog die zweite Tasche angewählt und einen neuen Pfad errechnen lassen. (Na gut, in Wirklichkeit hat sich inzwischen
Makera Studio bei den Versuchen bereits mehrmals ohne irgendeine Meldung verabschiedet – man lernt und speichert nach jeder Kleinigkeit). Ja, der Pfad der zweiten Tasche sieht auch nicht ganz übel aus. Also ran an die Simulation:
MS_Ueberlisten_1.jpg
Tasche 'A', mit der konvexen Fläche, sowie Tasche 'B', mit der konkaven, sehen beide recht passabel aus. Hier ist das Werkstück übrigens ausgeblendet, man sieht also tatsächlich das Material, dass nach dem Fräsen übrig bleibt. Da ist die Schaufel schon recht gut zu erkennen.
Jetzt müsste man nur mehr den GCode 8 Mal duplizieren, mit den jeweiligen Winkelwerten angepasst. Dazu muss man den GCode erst mal exportieren. Das ging relativ einfach. Dann müsste ich nur noch die Datei editieren und mir das Ergebnis in einer Simulation ansehen. Bevor ich ans Editieren ging, wollte ich noch sicherstellen, dass ich mir das Ergebnis auch ansehen werde können. Und da bin ich an eine Wand gestoßen.
Makera Studio macht keine Simulation mit einer importierten Datei (und die GCode-Datei existiert vor dem Exportieren nicht).
Fusion lässt das ebenso wenig zu. Da ging ich einige Zeit ins Netz auf die Suche nach einer Alternative. Da gibt es
ncviewer als bekanntestes Beispiel, und etwa 3-4 weitere (gratis). Nicht alle beherrschen die 4. Achse. Diese Programme (bzw. Webseiten) zeigen aber nur die Werkzeugpfade, nicht das Ergebnis des Fräsens. Angeblich könnte ich unter Linux LinuxCNC installieren, wo so etwas möglich sein soll, aber mir ist der Aufwand zu hoch (alleine das Einlernen in LinuxCNC).
Somit kann ich nur sehr stark vermuten, dass meine Vorgangsweise Erfolg haben würde, beweisen kann ich es derzeit nicht. Da werde ich warten müssen, bis ich es in Hartschaum auf meinem eigenen Z1 durchexerziere. Falls ich mir jemals die Arbeit antue. (Abgesehen davon, das Werkstück wäre immer noch nicht fertig, denn die innere Bohrung, mit den feinen Schlitzen, lässt sich auf der 4. Achse erst gar nicht fertigen.)
Ach, bevor ich es vergesse, eine Simulation ließ ich im 'Reliefmodus' ablaufen:
MS_Conventional4thAxis.jpg
Da sieht man, dass die konkaven Seiten nicht ausgebildet werden.
Ich glaube, jetzt mach ich eine längere Pause, was den Arbeitsablauf betrifft.
mjh11