AtlonXP hat geschrieben:Die 10 % setzen sich hauptsachlich aus dem Ausdehnungskoeffizient und etwaige Ausgasungen zusammen.
Wärmeausdehnung ist natürlich ein gewisses Thema, allerdings ist das kompliziert. Interessant ist auch hier das Volumen nach Abkühlung, und das ist wieder identisch zu dem, was wir oben reinschieben. Allerdings ist das in dem Fall nicht alleine interessant, denn das ist ein dynamischer Prozess. Und die Abkühlung findet u.U. nicht auf Raumtemperatur statt sondern auf Bauraumtemperatur. Das macht bei ABS natürlich einen Unterschied, andernfalls gäbe es eben wegen der dynamischen Effekte Wrapping. Allerdings geht der in die andere Richtung: Das extrudierte Material ist heiß und nimmt deswegen ein größeres Volumen ein, das würde also Überextrusion bedeuten.
An Ausgasungen hatte ich tatsächlich noch nicht gedacht. Sofern die im Material eingeschlossen bleiben, vergrößern sie natürlich das Volumen, verringern aber auch die Stabilität...
Manche meinen, dass es besser ist bei PLA den Hauptmulti auf 97 % zu stellen.
Wegen der Ausgasungen? Die Wärmeausdehnung dürfte gerade bei PLA ja eher zu vernachlässigen sein...
Ob in der Slicer Berechnung schon Korrektur Werte einfließen, weiß ich nicht.
Bestimmt nicht, denn es gibt ja keinerlei Einstellung dazu, was das Material für Eigenschaften hat.
Es gibt keine ideale Einstellung für unsere Slicer.
Es gibt zumindest für jede Situation eine optimale Einstellung. Wenn man die schon mal finden könnte, wäre viel gewonnen. Wenn man dann in einem Druck mehrere Situationen hat, braucht man einen Kompromiss. Mein Ziel ist es, einen akzeptablen Kompromiss für alle (gängigen) Situationen zu finden - wenn es mir wichtig ist, kann ich ja immer noch für den einzelnen Druck die Parameter optimieren.
Wenn man nun aber Hohlräume überspannen muss, ich rede jetzt einfach ein Fläche schließen über dem Infill.
Ist die oben genannte Einstellung nur Schrott!
Es fehlt der Düse Gegendruck, darum fällt der Druck in der Düse soweit ab,
dass die Löcher nicht überspannt werden, es gibt dann einfach nur Streusel Kuchen weil die Düse drucklos arbeiten muss.
Du könntest dies als Unterextrusion deuten.
Hm... Ich drucke mit solchen Einstellungen (0.4mm Düse und EW, 0.1mm Layerhöhe). Streuselkuchen gibt es nicht. Meine Brücken sind generell nicht ideal, das kann bei einer geringen Layerhöhe im Vergleich zur Düse auch nicht klappen, aber aus anderen Gründen. Ich kompensiere das duch eine größere Anzahl an Top-Layern. Nur bei sichtbaren Brücken hilft das natürlich nicht, das hast du ja an meinem Benchy neulich schon angemerkt
Das hat aber nix mit Druck zu tun. Erstmal muss man zwischen dem Druck in der Düse und dem Druck außerhalb der Düse unterscheiden. Bei einer Brücke ist erstmal der Druck außerhalb der Düse immer quasi 0, denn es gibt ja nichts, was Gegendruck erzeugen könnte. Die Raupe wird in die Luft gedruckt und kann nicht plattgedrückt werden. Deshalb ist hier eine Layerhöhe optimal, die möglichst nahe am Düsendurchmesser ist.
Der Druck innerhalb der Düse hängt von vielen Faktoren ab. In gewissen Grenzen dürfte er relativ unabhängig vom Aussendruck sein. Wenn der Aussendruck so groß wird, dass der Innendruck signifikant steigt, haben wir vermutlich ein ernstes Problem: Das Material kann nicht mehr in der Menge aus der Düse austreten wie es soll. Die Filamentförderung wird (wenn der Zustand anhält) auf die eine (Durchrutschen am Ritzel) oder andere (Schrittverlust des Extrudermotors) Weise nachlassen.
Umgekehrt kann man den Innendruck aber sehr einfach steigern, selbst wenn der Aussendruck 0 ist: Schneller Drucken. Ich habe kürzlich noch beim v2 Hotend (3mm) wieder festgestellt, was ich früher schon bemerkt hatte: es gibt eine relativ hohe Mindestgeschwindigkeit, mit der das Hotend noch vernünftig arbeitet. Es geht natürlich nicht um die Druckgeschwindigkeit in X/Y, sondern um die Extrusionsgeschwindigkeit. Die kann ich steigern, indem ich entweder schneller in X/Y fahre, oder aber indem ich die Layerhöhe vergrößere.
Das ist zufällig der selbe Parameter in der selben Richtung wie mit den Brücken, hat aber nichts miteinander zu tun. Beim E3Dv6 Hotend (1.75mm) ist diese Mindestgeschwindigkeit deutlich niedriger (in Volumen pro Zeit). Ich kann nicht sagen, ob der entscheidende Faktor der Filamentdurchmesser ist oder der Hotend Typ. Ersteres ist durchaus denkbar, wenn der E-Motor einfach nicht mehr genau genug arbeitet (also wenn zu wenig Schritte pro Sekunde passieren, wird es ja logischerweise irgendwann problematisch).
Natürlich ist der Aussendruck relevant für die Stabilität, das stellt glaube ich niemand ernsthaft in Frage. Da kann man sich mit einer höheren EW behelfen, aber auch eine niedrigere Layerhöhe hilft - die Raupe muss ja viel stärker flachgepresst werden. Meiner Erfahrung nach haben Drucke mit einer höheren Layerhöhe eher eine geringere Stabilität.
Dies ist der wahre Grund, warum ich den Einstellfahrplan für eine Schnaps Idee halte.
Im Einstellfahrplan verwechseln die auch munter die verschiedenen Drücke. Die wollen Oozing verhindern und sprechen die ganze Zeit davon, den Innendruck niedrig zu halten. Ist halt blöd, dass der Innendruck weitgehend von der Druckgeschwindigkeit abhängt und auch gar nicht wirklich zum Oozing beiträgt. Vor allem ein gut eingestelltes Advance sollte jeden Einfluss des Innendrucks eliminieren.
anwofis hat geschrieben:was mir noch zu dem Thema einfällt ist, dass der Flow keine fest einzustellende Größe ist:
Yepp, genau deswegen hatte ich die Idee, ob man ihn nicht durch eine Messung bestimmen kann - für jedes Filament samt Druckeinstellungen getrennt versteht sich.
Bei ABS ist es z.B. ratsam etwas den Flow hochzusetzen für leichte Überextrusion.
Damit erhöht sich die Festigkeit des Bauteils etwas, da die Schichten mit Druck ineinander gepresst werden.
(So wir AtlonXP schreibt.)
Ich halte eine bewusste Überextrusion für keine gute Idee. Wenn die Extrusionsmenge stimmt, gibt es bessere Methoden, den Aussendruck zu erhöhen (EW und LH).
Bin mir unsicher, wie die das genau meinen. Die sprechen von einer Air Gap zwischen den Beads (= Raupen), es ist aber nicht klar, ob sie die zusammengedrückten Raupen meinen, oder die Raupen in der Form, wie sie aus der Düse kommen (also noch kreisrund).